Welche Länder-ETFs erzielten die höchsten Renditen?

Foto: Michael Grabscheit, Pixelio

Foto: Michael Grabscheit, Pixelio

Wer sich unten stehende Liste ansieht, aus der die Rendite pro Jahr während der letzten 20 Jahre ersichtlich wird, ist sicher vom Spitzenreiter Ägypten überrascht. Vor allem werden sich die Bauspar-, Sparbuch und Lebensversicherungssparer grün und blau ärgern, weil sie es verschliefen, sich über diese Chancen am Aktienmarkt zu informieren. Am bemerkenswertesten ist, dass man mit keinem einzigen dieser Länder-ETFs der Emerging Markets – vom absoluten politischen Sonderfall Griechenland abgesehen – keinen Verlust machen konnte.

„In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern oberhalb der Industrienationen liegen, getrieben von Bevölkerungswachstum, Investitionen in Infrastruktur, steigendem Konsum und besserer Gesundheitsversorgung“, erklärt Wittich, Kapitalmarktexperte bei der Sutor Bank.

Wer sich über ETFs für den gesamten Emerging Market informieren möchte, wird hier bei justETF fündig. Welche Unterschiede es bei den einzelnen ETFs gibt, werde ich in einem gesonderten Artikel thematisieren. Schwankungen müssen dabei in Kauf genommen werden, sind aber für langfristigen Vermögensaufbau und Altersvorsorge nicht das geringste Problem.

Emerging Markets
(Rendite pro Jahr während der letzten 20 Jahre)

  1. MSCI Ägypten 16,20%
  2. MSCI Peru 13,70%
  3. MSCI Kolumbien 13,08%
  4. MSCI Türkei 11,21%
  5. MSCI Mexiko 11,08%
  6. MSCI Tschechien 10,82%
  7. MSCI Russland 9,58%
  8. MSCI Brasilien 9,25%
  9. MSCI Marokko 9,23%
  10. MSCI Israel 8,59%
  11. MSCI Ungarn 8,46%
  12. MSCI Indien 8,34%
  13. MSCI Südafrika 8,24%
  14. MSCI Argentinien 6,72%
  15. MSCI Pakistan 6,66%
  16. MSCI Polen 6,53%
  17. MSCI Sri Lanka 5,95%
  18. MSCI Indonesien 5,87%
  19. MSCI Korea 5,76%
  20. MSCI Chile 5,58%
  21. MSCI Malaysia 4,25%
  22. MSCI Jordanien 2,95%
  23. MSCI China 2,53%
  24. MSCI Taiwan 2,49%
  25. MSCI Philippinen 2,16%
  26. MSCI Thailand 1,47%
  27. MSCI Griechenland -2,45%

(Quelle Sutor Bank, via Extra-Funds.de)

Wie man den richtigen Länder-ETF findet

 

Aktive Investmentfonds oder passive ETFs?

DWS-Deutschlandfonds in blau schlägt DAX-ETF in rot

DWS-Deutschlandfonds in blau schlägt DAX-ETF in rot

Seit einiger Zeit streiten die Anhänger von ETFs zunehmend intensiver mit den Verfechtern aktiv gemanagter Investmentfonds, welche der beiden Strategien bessere Ergebnisse erzielt. Die Statistik ist eindeutig: Nur sehr wenige Fondsmanager sind besser als der zugrunde gelegte Index, den man zu deutlich niedrigeren Jahresgebühren im Depot halten kann. „So liefern nur acht von 169 Fonds für amerikanische Standardwerte über einen Zeitraum von zehn Jahren einen höheren Ertrag als der Vergleichsindex MSCI USA,“ konstatiert das Handelsblatt. Daher sollten Anleger in vielen Fällen den Indexfonds bevorzugen und ETFs kaufen. Auf das Vertriebsinteresse der Bankverkäufer, die beim Verkauf der aktiven Investmentfonds deutlich höhere Provisionen für sich und die eigene Bank erwirtschaften, macht sueddeutsche.de aufmerksam.

Aktive Fonds als Beimischung zu ETFs

Eine Ausnahme könnte man zumindest mit eine Teilbetrag für den deutschen Aktienindex DAX machen. Hier gelingt es einem aktiven Fonds seit 15 Jahren sehr erfolgreich den Index zu schlagen wie diese Grafik eindrucksvoll zeigt; dazu ist am rechten Rand bei den Einstellungen der DAX als Vergleich zu wählen.
Auf diese Ausnahme, die wohl die Regel bestätigt, dass ETFs die bessere Alternative sind, wies kürzlich die FAZ hin:
„Der DWS Aktien Strategie Deutschland zählte laut Morningstar in den letzten Jahren zu den besten Fonds in der Kategorie „Aktien Deutschland Standardwerte“. Anleger des Fonds freuten sich über ein jährliches Plus von Mai 2000 bis Ende Juli 2015 in Höhe von 6,7 Prozent pro Jahr. Der Durchschnitt in dieser Fonds-Kategorie bei lediglich 2,5 Prozent im Jahr. Wie schafft der Aktienfonds das? Die Frage müsste besser lauten: Wer schafft das? Denn der Fonds DWS Aktien Strategie Deutschland wird seit gut 15 Jahren von Deutsche-Bank-Manager Henning Gebhardt geleitet. Damit kann bezweifelt werden, ob seine Nachfolger genauso gut sein werden. Das wäre aber entscheidend für Anleger die für die Altersvorsorge nicht nur 15 Jahre, sondern 30-40 Jahre ein Vermögen aufbauen wollen; oder müssen, weil die staatliche Rentenversicherung spätestens um 2030 mit dem Eintritt der Babyboomer in das Rentenalter gewaltig wackeln wird. Den menschlichen Emotionen und dem Herdentrieb von Fondsmanagern (welt.de, zeit.de, Die Presse, The Guardian) muss niemand seine Altersvorsorge anvertrauen.

Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen

Die Untersuchung von Morningstar weist allerdings einen gravierenden Nachteil auf. Sie bezieht sich nur auf die Sternebewertung von Morningstar für den Zeitraum der letzten drei Jahre. Zudem ist dazu sagen, dass die ETFs, die schlechter abschneiden, häufig nicht einfach den Index abbilden, sondern als Faktor-ETF bzw. Smart-Beta-ETF eigene Schwerpunkte setzen. Außerdem verzerrt beispielsweise in der Kategorie Emerging Markets die volumengewichtete Bewertung das Abschneiden der ETFs. Denn die beiden mit vier Sternen ausgezeichneten und obendrein deutlich preisgünstigeren ETFs fallen mit ihrem geringeren Gesamtvolumen im Vergleich zu den schlechteren, jedoch größeren ETFs nicht besonders ins Gewicht. Es lohnt sich also nicht nur auf die Größe, sondern auch auf die Kostenstruktur (Kennziffer TER) von ETFs zu achten.

Schaden Auszeichnungen aktiven Investmentfonds?

Denn die Top-Fonds von heute sind die Flops von morgen (zeit.de). Vor allem wenn sie für ihre bis dahin herausragende Leistung ausgezeichnet worden sind. Das wiesen verschiedene wissenschaftliche Studien nach. Matthew R. Morey von der Pace-Universität in New York gibt sich besonders radikal. Für ihn stellen die fünf Sterne, die Spitzenauszeichnung der renommierten Rating-Agentur Morningstar, auf Dreijahressicht gesehen, der „Kiss of Death“ – der Todesstoß – für jeden Investmentfonds. Er warnt und empfiehlt: Finger weg von diesen Fonds (zeit.de).

Wie kaufe ich ETFs?

ETF kaufen Screenshot

ETF kaufen Screenshot

Nach der üblichen Verzögerung setzen sich in den USA entwickelte ETFs als günstige und renditeträchtige Wertpapiere nun endlich auch in Deutschland immer mehr durch. Zumindest ein Teil des Vermögens sollte jeder aufgrund der geringen Bestandsprovisionen und der meist im Vergleich zu Aktienfonds höheren Rendite in ETFs investieren.

Doch wie geht man beim Aufbau eines Depots am besten vor?

ETF kaufen leicht gemacht

Je nach Vorerfahrung mit Wertpapieren und nach der eigenen Vermögensstruktur sowie der Art des Einkommens, kann ein Sparer auf unterschiedliche Weise sein Vermögen und die Altersvorsorge mit ETFs aufbauen. Will er auf Nummer Sicher gehen, wendet er sich am besten an einen von bestimmten Banken- und Versicherungsvertriebsstrukturen unabhängigen Honorarberater. Dieser kann unter Berücksichtigung der individuellen Situation erklären, wie und welche ETFs und eventuell dennoch auch Aktienfonds man am Anfang kaufen sollte.

Bankenunabhängiger Vermögensberater

Außerdem gibt es durchaus kaum bekannte Möglichkeiten, selbst als Normalsterblicher Kunde der wenigen bankenunabhängigen Vermögensberater in Deutschland zu werden, die sich sonst bevorzugt um die reichsten Familien des Landes kümmern. Dabei profitiert man vom großen Erfahrungsvorsprung des Honorarberaters auf diesem Spezialgebiet.

Mühsamer, risikoreicher wie auch zeitaufwändiger ist es, sich auf dieser Internetseite und einigen anderen Internetseiten selbstständig in dieses Gebiet einzuarbeiten. Auf etf-investment.de wird in Zukunft ein Coaching angeboten, mit dem das alles etwas schneller gehen kann.

Grundsätzlich bietet es sich an, mit einem ETF auf den MSCI World, auf den DAX, den amerikanischen Dow Jones und eventuell einen kleinen Anteil an den globalen Emerging Markets anzufangen. Später kann der Anleger zu bestimmten Zeitpunkten auf einzelne Länder-ETFs setzen oder sich auch über Faktor-ETFs informieren.

Mit Sicherheit fährt man mit monatlichen Sparplänen gut, die bereits mit Sparraten in Höhe von 25 Euro angeboten werden. Dabei ist es bei Sparplänen mit Kaufgebühren und geringeren Raten eventuell sinnvoll, lieber alle zwei Monate höhere Raten zu  wählen, um die prozentualen Ordergebühren niedriger zu halten. Wer einen größeren Betrag frei anlegen kann, sollte etwas vorsichtiger gehen und zum Beispiel erst einmal ein Drittel auf 2-3 ETFs verteilen. Nach 6 Monaten kann beispielsweise das zweite Drittel folgen und nach 12 Monaten das letzte Drittel. Nur wenn ein Index gerade um 30 oder deutlich mehr Prozent eingebrochen ist, empfiehlt es sich sofort einen größeren Anteil zu investieren, um die günstigen Kaufkurse zu nutzen. Auch bei solchen Entscheidungen geben Honorarberater wertvolle Tipps, zum möglichst günstigen Kaufzeitpunkt.

Es gibt einige günstige Onlinebanken mit kostenlosen Depots und niedrigen Ordergebühren. Ein gute Auswahl an ETFs bieten zum Beispiel die DAB Bank oder der S-Broker, der Onlinebroker der Sparkassen.

Auf die einzelnen ETF-Kategorien soll hier später in einzelnen Artikeln eingegangen werden.

Sind irrationale Kurseinbrüche bei ETFs zu erwarten?

Grafik: Tony Hegewald

Grafik: Tony Hegewald – Pixelio

Lange wurden ETFs als probates Mittel für ein stark risikoreduziertes Aktienengagement gelobt, weil der Sparer mit einem einzigen ETF-Wertpapier teils hunderte Aktiengesellschaften im Portfolio hat; nicht zuletzt galt zudem die hohe Liquidität als Pluspunkt. Nun wird gewarnt. Bei Kurseinbrüchen würden ETFs stärker als der zugrundeliegende Aktienindex einbrechen. Das war zwar für einige Stunden tatsächlich der Fall. Eine weitere Gefahr könnte ein Flash Crash darstellen. Der ist in seinen Ursachen nicht immer eindeutig im Nachhinein erklärbar, wie hier das Handelsblatt beschreibt. Es gibt zahlreiche Hochfrequenzhändler, die unter anderem mit Verkaufaufträgen nur kurz vortäuschen, eine große Menge eines bestimmten Wertes verkaufen zu wollen. Dann jedoch ziehen sie die Verkaufsorder blitzschnell zurück und wollen vom kurzfristigen Kurseinbruch profitieren, indem sie zum Beispiel Hebelprodukte einsetzen.

Welche Mechanismen im Hintergrund dabei wirken, konnte bisher niemand konkret beschreiben. So oder so handelt es sich nur um kurzfristige Zocker, die mittel- und langfristig keinen Einfluss auf die Entwicklung realer Aktienfonds haben, mit denen der Investor Anteile an Maschinen, Fabriken, Patenten und weltbekannter Marken erwirbt. Ein Flash Crash betrifft zudem wohl nur einzelne Aktienwerte, nicht gesamte, stark gehandelte Indizes oder ETFs, die diese Indizes abbilden.

Liquidität von ETFs weiter gesichert

Deshalb ist es absurd, die grundsätzliche Liquidität eines ETF in Frage zu stellen. Denn weiter gilt: ETFs der großen Anbieter sind liquide und im Gegensatz zu Immobilien und offenen Immobilienfonds innerhalb weniger Tage in Liquidität auf dem eigenen Giro- oder Tagesgeldkonto zu verwandeln. Im Übrigen orientieren sich die aktiven Aktienfonds ebenfalls am Index und wären damit ebenso von einem vorüberghenden Kurseinbruch betroffen. Wie Sparer der Stop-Loss-Falle entgehen können, die tatsächlich für einige Zeit eine Abwärtsbewegung verstärken kann, soll auf dieser Internetseite in einem zukünftigen Beitrag behandelt werden.

Bei kaum einer anderen Anlageform fallen so wenig Gebühren an wie bei einem ETF, die man mitunter schon für die geringe Jahresbestandsgebühr von 0,2 Prozent halten kann. Aktienfondsmanager beanspruchen auch schon mal jährlich 1,5 bis knapp zwei Prozent an Bestandsprovisionen.

Bestandsprovision von Investmentfonds zurückerhalten

Die wenigsten Kunden wissen, dass es einige wenige Möglichkeiten gibt, nicht nur den Ausgabeaufschlag (bis zu fünf Prozent), sondern auch die Bestandsprovision zurückzuerhalten, welche bei aktiven Investmentfonds anfallen, die von Fondsmanagern betreut werden. Im Falle normaler Altersvorsorgepläne macht das in 30 Jahren schnell eine größere Summe von 20.000 bis 30.000 Euro aus, die der Sparer sich so zurückholen könnte – wenn er die Information erhielte, wie das funktioniert. Daher gibt es durchaus eine Handvoll Aktienfonds, die sich von der Masse der mäßigen bis schlechten Investmentfonds abheben. Diese wenigen Aktienfonds schnitten über viele Jahre hinweg besser ab als der Aktienindex, an dem sie sich orientieren und damit deutlich besser als entsprechende ETFs.

Letztlich gehören in ein gutes Depot sowohl Aktienfonds als auch ETFs und zusätzlich ein kleinerer Anteil an Wertpapieren, mit denen die Sparer auf unterschiedliche Weise Mitbesitzer von Immobilien werden. Wer sich einmal die von den Medien gut versteckten Langfristcharts ansieht, der weiß, dass selbst die stärksten Kurseinbrüche auf einer Kursgrafik von mehreren Jahrzehnten kaum mehr als eine vorübergehende Delle markieren, die man zum billigen Nachkaufen nutzen sollte.

Besser ETFs kaufen

Mittel und langfristig kann jeder mit ETFs bullish und optimistisch in die Zukunft blicken Reinhard Grieger / pixelio.de

Mittel und langfristig kann jeder mit ETFs bullish und optimistisch in die Zukunft blicken Reinhard Grieger / pixelio.de

Hier werden in den nächsten Wochen Schritt für Schritt viele nützliche Beiträge darüber informieren, wie Ihr mit ETFs für das Alter vorsorgen oder ein Vermögen aufbauen könnt. Zudem wird es zahlreiche wertvolle Tipps zum Thema Faktor-ETFs geben.

Seid neugierig! Hier könnt Ihr Euch schrittweise vom provisionsgetriebenen Finanzvertrieb der Banken und Versicherer emanzipieren.