Gebührenfalle bei aktiven Investmentfonds

Wie sinnvoll ETF-Anlagen wegen der niedrigen, transparenten Gebühren sind, wird deutlich, wenn man berücksichtigt, dass aktive Investmentfonds zu den hohen Gebühren noch weitere versteckte Gebühren von den Anlegern einkassieren. [Kurzmeldung]

„Die Transaktionskosten stellen eine ungeahnte Dimension innerhalb der Gebührenstruktur in Publikumsfonds dar. Ungeahnt deshalb, weil diese nicht in der zu veröffentlichenden Total Expense Ratio (TER) enthalten sind“, so eine Studie (Petersmann Institut) über die mangelnde Transparenz der Kosten.

TER und versteckte Transaktionskosten

bei Investmentfonds

Die versteckten Transaktionskosten seien teils besonders hoch und würden als Kostentreiber unterschätzt. „Insbesondere bei defensiveren Anlagestrategien der vermögensverwaltenden Fonds sind die Gesamtkostenbelastungen unverhältnismäßig und haben somit erheblichen negativen Einfluss auf die Renditen der Anleger“. Die TER ohne Transaktionskosten beträgt mitunter jährlich 1,8 Prozent des angesparten Vermögens.

Quelle:
citywire.de – Registrierungspflichtiger Artikel

Warum die ETF-Zusammensetzung wichtig ist

Foto: Michael Grabscheit - pixelio.de

Foto: Michael Grabscheit – pixelio.de

Grundsätzlich gelten ETF zurecht als sehr gute, vielleicht bessere Alternative zu aktiven Aktienfonds. Allerdings lohnt ein Blick auf die Zusammensetzung des Index, nicht zuletzt, was den Dax angeht. Denn dort hat man es nicht wie beim Weltindex mit 1600 Werten, sondern nur mit den 30 größterne deutschen Aktiengesellschaften zu tun.

Einige stark gewichtete Branchen im Dax haben erhebliche Probleme, was die Zukunftsfähigkeit angeht. Die Energieversorger haben es jahrelang versäumt sich auf die zukünftige dezentrale Stromproduktion einzustellen und zu lange auf Großkraftwerke gesetzt, Finanzkonzerne leisteten sich massive Fehler in der Risikokontrolle sowie im Investmentgeschäft und sind recht ratlos, wie sie auf die inzwischen 400 Fintechs allein in Deutschland reagieren sollen, die Finanzprodukte digitalisiert anbieten, die für den Export besonders wichtige Automobilbranche liegt in Sachen Elektromobilität ohnehin weit abgeschlagen hinter den Japanern und Franzosen. Außerdem ist noch offen, wie viele Autokonzerne die Abgaswerte mit Software manipulierten. Untenstehende Unternehmensmeldung sollten Eigentümer von ETFs auf den Dax oder von aktiven Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland genauer zur Kenntnis nehmen.

Klumpenrisiko

Denn zwei Dinge zeigen sich damit. Zum einen ist unbedingt das Klumpenrisiko in Form von stark gewichteten Branchen zu beachten – was mit dieser Dax-Market-Map graphisch gut dargestellt ist. Trotz massiver Verluste der Finanz-, Versorger-, und teils der Automobilwerte in den letzten Jahren haben diese Branchen am 30-Titel-starken Index noch einen sehr hohen Anteil.

Zum anderen sind Sparer gut beraten, nicht den größten Teil ihres Wertpapierdepots auf nur 30 Werte zu fokussieren, weil es eben deutsche Sparer sind. Die Wachstumsmärkte liegen nicht im alternden Deutschland, sondern global verteilt insbesondere bei jungen Gesellschaften zum Beispiel in Asien, die im Vergleich zum satten Europa einen hohen Nachholbedarf in Sachen Konsum und Infrastrukturinvestitionen haben.

Neue Produkte gefährden innovationsfeindliche Unternehmen

Bezeichnend mit Blick auf die zögerliche Elektrifizierung des Autos ist diese Nachricht aus dem Hause von BMW i. Der hochpreisige Hersteller  der BMW-Elektroversion hat offensichtlich einen schmerzlichen personellen Verlust erlitten, der sehr bemerkenswert ist. Wiederholt wechseln Führungskräfte von BMW zum Elektroauto-Start-up Future Mobility aus China. Warum ist der Autohersteller als Arbeitgeber nicht mehr attraktiv für Dirk Abendroth, Benoit Jacob und Henrik Wenders? Warum gehen die lieber nach Asien als in Bayern zu bleiben? BMW gab zu diesem Vorgang keinen Kommentar ab. Setzt der Konzern nicht ernsthaft genug auf den Zukunftsmarkt Elektroautos? Am mangelnden Geld für ein gutes Gehalt sollte es bei BMW (noch) nicht scheitern.

Dabei ist es mehr als problematisch für einen deutschen Autohersteller an einen wohl zukünftigen Konkurrenten mit Produktion im Billiglohnland China die personellen Kompetenzen von Managern für Software und Vernetzung, Design und Marketing nach Asien ziehen zu lassen.

Erst Anfang 2016 war bekannt geworden, dass Carsten Breitfeld, ehemaliger Entwicklungsleiter des i8-Projekts der Münchner, Geschäftsführer des neuen Unternehmens Future Mobility wird. Auch Daniel Kirchert, operativer Geschäftsführer, war bei BMW angestellt und bis 2013 Verkaufs- und Marketingchef in China. Hoffentlich glauben diese Führungskräfte nicht, dass BMW das nächste Nokia wird, jahrelang als Aktie wärmstens empfohlen; plötzlich vom Markt verschwunden, weil der Trend zu Smartphones (mit Android-System) nicht ernst genommen wurde.
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Mit Eigenheim und ETF Altersarmut vorbeugen

638729_web_R_K_B_by_Lupo_pixelio.deWas soll ein junges Paar machen, wenn es von drohender Altersarmut und Niedrigstzinsen auf Sparbuch, Bausparer, Bundesschatzbriefe und Kapitallebensversicherungen liest? Angenommen, das Paar lebt wie die große Mehrheit der Deutschen nicht in den Metropolen des Landes, in denen die Immobilienpreise explodiert sind. Dann hätte es die Möglichkeit durchaus eine Dreizimmerwohnung um die 100.000 Euro zu kaufen. Das würde den beiden Berufstätigen inklusive Zins und Tilgung monatlich selbst bei einer Vollfinanzierung nur 375 Euro kosten. Bei einer Kreditaufnahme von 105.000, 15 Jahre Zinsgarantie (mit gesetzlichem Kündigungsrecht nach 10 Jahren).

Schutz vor zukünftigen Zinssteigerungen

Allein die Kaltmiete macht in ländlichen Regionen für eine Dreizimmerwohnung häufig 100 Euro mehr aus, beträgt demnach etwa 475 Euro; vor allem darf man nicht vergessen, dass die Kaltmiete im Laufe der Jahre angehoben werden wird. Im Falle eines Kaufs einer Wohnung mit garantiertem Zins wirkt diese Zinsgarantie wie ein Mieterhöhungsschutz für mindestens 15 Jahre. Danach könnte theoretisch die Monatsrate steigen, wenn sowohl der Kreditzins höher ist und gleichzeitig nur sehr wenig vom Kreditbetrag nach 15 Jahren getilgt wurde. Doch auch erhöhte Kreditraten nach Ablauf der Zinsfestschreibung lassen sich vermeiden.

Nach 15 Jahren bliebe in unserem Finanzierungsbeispiel bei einer normalen Tilgungsrate von 2 Prozent noch eine Restschuld von etwa 67.500 Euro übrig. Der Wert der nicht überteuert gekauften Immobilie ist dann ohnehin nach menschlichem Ermessen gestiegen. Denn die Handwerker werden in 15 Jahren zum Bau einer Wohnung sicherlich mehr berechnen, weil die Fachkräfte angesichts des demographischen Wandels mehr verdienen – zurecht.

Gleichzeitig kann die Sicherheit der Finanzierung erhöht werden, indem das Paar langfristig über die 15 Jahre hinweg monatlich 150 Euro in einen kostengünstigen und sehr risikoarmen – weil weltweit in 1600 Aktienfirmen investierenden – Indexfonds anspart; und die Sparrate jährlich geringfügig um 1 Prozent dynamisch erhöht; entsprechend der zum Glück im Unterschied zur Vergangenheit wieder kommenden Lohnerhöhungen.

Lohn für Sparer: Mietfreiheit, Schuldenfreiheit

und Inflationsschutz

Bei einer normalen Renditeannahme von 7 Prozent – wie in der Vergangenheit üblich – ergeben sich nach 15 Jahren knapp 50.000 Euro auf dem Wertpapierdepot. Mitunter lag die Durchschnittsrendite auch bei 8 oder 9 Prozent. Von der Restschuld von 67.500 Euro aus dem Kredit verblieben so nur noch gut 17.000 Euro übrig. Vor allem aber eine mietfreie Dreizimmerwohnung, der weder eine durch Eurokrise und Geld druckende Notenbanken erhöhte Inflation etwas anhaben kann; noch ein Vermieter, der im Rahmen der allgemeinen Teuerungsrate regelmäßig die Miete erhöhen kann. Die Restschuld von 17.000 Euro kann man laut Volltilgungsrechnung mit einer Kreditrate von 300,05 Euro bei einem Zinssatz von 2,88 Prozent in 5 Jahren komplett abbezahlen. Nach 20 Jahren wäre man somit schuldenfrei.

Nicht zuletzt müssen die beiden als Eigenheimbesitzer im Alter von der Rente nichts für die Miete beiseite legen. Viele übersehen, dass dies eine gute Altersvorsorge darstellt, weil mit dem Renteneintrittsalter ebenso wenig die Kreditraten anfallen, wenn man den Kredit vorher abbezahlt. Daher spielt es eine nicht unerhebliche Rolle ob der Kauf einer Wohnung und das parallele Indexfondsparen mit 30 oder erst mit 45 beginnt.

Nebeneffekt Vermögensaufbau

Denn wenn das Paar zumindest nach dem Kauf mit 30 im Alter von 35 zusätzlich mit 50 Euro für die Altersvorsorge spart, ergeben sich bei 7 Prozent Rendite und einer Dynamik von 1 Prozent mit 65 Jahren 65.000 Euro Altersvermögen.

Wenn im obigen Finanzierungsbeispiel die beiden mit nach 20 Jahren – also im Alter von 50 – den gesamten Kredit abbezahlt hätten, könnten sie stattdessen von den 375 Euro wegfallender Kreditrate wenigstens 300 Euro in einen weiteren Indexsparplan investieren.

Ergebnis: Zusätzliche 99.500 Euro Vermögen mit 65 – bei 7 Prozent Rendite und 1 Prozent Spardynamik. Insgesamt steht also neben der abbezahlten Wohnung dann ein Vermögen von etwa 165.000 Euro zur Verfügung. Insgesamt ist so jeder, der wie das Paar vorgeht ein Gewinner und nicht ein Verlierer des niedrigen Zinses: Man profitiert vom niedrigen Zins auf Hypothekendarlehen und investiert gleichzeitig in inflationsgeschütze Sachwerte wie Immobilien und Aktienfondsanteile.

Falls wie zu vermuten ist der niedrige Zins früher oder später zu deutlich höheren Inflationsraten führt, weil in Deutschland dadurch das Wirtscahftswachstum zunimmt sowie die Arbeitslosigkeit sinkt, dann ist das Paar von der Inflation doppelt positiv betroffen. Der Wert der Wohnung wird erstens zusätzlich in die Höhe getrieben und zweitens werden die 1600 Aktiengesellschaften im Aktien-Indexfonds ihre Waren und Dienstleistungen wegen der Inflation zu höheren Preisen verkaufen können und somit höhere Gewinne und Kurssteigerungen verzeichnen.

Sparrechner:

http://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php

Baufinanzierungsrechner

https://www.baufi24.de/baufinanzierung-rechner/hypothekenrechner/

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Schäuble, Inflationsschutz und ETF-Sparen

Foto: Michael Grabscheit - pixelio.de

Foto: Michael Grabscheit – pixelio.de

Wohin mit dem Geld, fragen sich viele deutsche Sparer, denen Immobilien zu teuer und Sparbücher zu schlecht verzinst sind. Aktive Aktienfonds und ETFs werden immer noch als Alternativen angepriesen. Soll man jetzt mit ETFs in den Aktienmarkt einsteigen, um sich mit diesen Sachwerten vor Inflation zu schützen? Derzeit hat der DAX beispielsweise gut 20 Prozent Aufwärtspotential, um die alten Höchstkurse zu erreichen. Das könnte zumindest für einen Teileinstieg sprechen, bevor die Kurse den Anlegern davonlaufen und auf die alten Maximalstände steigen.

Weltwirtschaft in besserem Zustand als vermutet

Der Vermögensverwalters GECAM AG sieht die Wirtschaft in einem besseren Zustand als andere mit Studien zeigen würden. Verantwortlich seien nicht mehr zeitgemäße Messmethoden, mit denen die Entwicklung der Weltwirtschaft festgestellt werden. „Die Welt ist im Wandel und das schon seit vielen Jahren. Globalisierung, Digitalisierung und der Wandel von Industrie- zu Dienstleistungsgesellschaften machen es den Volkswirten nicht gerade einfach Schritt zu halten. Viele Messmethoden sind auf klassische Parameter wie Produktion, Investition, Handelsströme usw. geeicht und lassen Wertschöpfungsketten der digitalen Dienstleistungswelt mangels geeigneter Messinstrumenten außen vor.“ Somit wäre die Weltwirtschaft stärker als volkswirtschaftliche Prognosen nahelegen.

Gecam verlautbart daher: „Ganz generell gesagt überschätzen Aktienmärkte die ökonomischen Risiken, während die Rentenmärkte politische Risiken unterschätzen.“ Dies könnten Anleger durchaus als Ermunterung verstehen, Aktienanteile zu kaufen.

Höhere Zinsen gefährden massive andere EU-Länder

Bundesfinanzminister Schäuble und die Deutsche Bundesbank lassen sich offensichtlich in ihrer geldpolitischen Einschätzung stark bevorzugt von der deutschen Binnenperspektive leiten; obwohl die Exportnation Deutschland den globalen Wirtschaftsverflechtungen nicht entkommt. Ebenso wenig scheinen die extrem hohen (Jugend-)Arbeitslosenzahlen in Südeuropa, besonders in Griechenland, Italien, Spanien und Frankreich, Schäubles Einsicht zu erreichen, dass Deutschlands Sonderkonjunktur nicht der Maßstaab für die EZB sein kann. Selbst wenn die Preissteigerung an den Immobilienmärkten in Deutschland bedenkliche Ausmaße annimmt.

Mit höheren Zinsen würde die EZB die südlichen EU-Staaten mit ihrer hohen Verschuldung und niedrigem Wirtschaftswachstum stark unter Druck setzen – ökonomisch und in der Folge auch sozialpolitisch. Am Ende wären es wohl wieder die deutschen Steuerzahler, die direkt oder indirekt neue Konjunkturprogramme für eine kollabierte Wirtschaft und gefährdete Banken in den EU-Ländern finanzieren müssen. Insofern schadet Schäuble Deutschland selbst mit Forderungen nach einem baldigen Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik. Nebenbei sei erwähnt, dass es eine deutsche Regierung war, die gemeinsam mit Frankreich den Stabilitätspakt von Maastricht ausgehebelt hat.

Wachstumsfreundliche Geldpolitik

Eine stimulierende Geldpolitik mit niedrigen Zinsen hilft trotz Schäubles Widerstand letztlich auch der deutschen Exportwirtschaft. Doch dies will der Finanzminister nicht einsehen. Er wies darauf hin, dass das Maß an Verschuldung und Liquidität an den Finanzmärkten höher als jemals zuvor sei. Da hätte er vor der Finanzkrise besser an den finanziellen Kontrollmechanismen der EU und an der Finanzmarktaufsicht arbeiten sollen.

Gefährden Politiker die Unabhängigkeit von Zentralbanken?

Derzeit droht die Gefahr für eine stabile Geldpolitik langfristig eher von Politikern, die sich wie Schäuble in die Geldpolitik einmischen wollen: „Ich habe gerade zu Jack Lew gesagt, ihr solltet die Federal Reserve ermutigen und wir sollten die Europäische Zentralbank und die Bank of England ermutigen – mit den Amerikanern im Geleitzug – behutsam, aber doch langsam rauszugehen“, äußerte der Finanzminister unter Bezugnahme auf ein Telefonat mit dem US-Finanzminister.

Lassen sich Notenbanken erst einmal in diese Richtung beeinflussen, folgen später Politiker, die ihre Verschuldungspolitik mit Forderungen in die andere Richtung – nach Zinssenkungen – betreiben wollen. Dabei rechnen viele Ökonomen der deutschen Regierung regelmäßig vor, wie groß der Investitionsstau bei Straßen, Brücken, Schienenverkehr sowie in der Bildungspolitik geworden ist. Die schwarze Null scheint somit auf Kosten der nächsten Generation erzwungen worden zu sein.

Inflationsschutz mit rentablen ETFs

Nur um den deutschen Sparbuch- und Kapitallebensversicherungs-Sparern einen Gefallen zu tun, können die Zinsen nicht angehoben werden, ohne einen stärkeren konjunkturellen Einbruch in vielen europäischen Ländern zu riskieren. Im Übrigen verschweigt Schäuble, dass die deutschen Sparer bei höheren Zinsen bei der billionenschweren Verschuldung der Bundesrepublik deutlich stärker belastet würden. Die nächste (Mehrwert)Steuerhöhung könnte damit vorprogrammiert sein. Ohnehin werden Kreditnehmer entlastet. Indexfonds-Sparern kann der Zinssatz ebenfalls egal sein.

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Geldentwertung durch Eurokrise?

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Foto: Lupo – pixelio.de

Wie begründet ist die Angst vieler Bürger vor Geldentwertung wegen der Eurokrise? Nicht zuletzt Griechenland gerät gerade wieder in die Schlagzeilen. Es wird erneut über einen möglichen Schuldenschnitt wegen der Griechenlandkrise diskutiert. Das würde milliardenschwere Verluste für den deutschen Steuerzahler bedeuten. Selbst unabhängig von Griechenland schaffen die Notenbanken weltweit Billionen von neuen Geldern, ohne dass die Wertschöpfung in der realen Wirtschaft auch nur annnähernd entsprechend stark ansteigt. Die traditionelle Lehre der Volkswirtschaft verbindet damit unweigerlich eine zukünftige stärkere Geldentwertung.

Doch wann diese Inflation auf breiter Basis kommt, kann niemand prognostizieren. Die EZB versucht, mit verschiedenen Instrumenten das an die Banken ausgegebene Geld immer wieder einzusammeln. Viele zweifeln daran, dass das langfristig gelingen wird. Einen ersten Eindruck, was steigende Preise bedeuten, gewinnen bisher nur diejenigen, die zum Beispiel wegen Familiennachwuchs in den inzwischen sehr teuer gewordenen Metropolen eine neue Mietwohnung suchen oder sich Wohneigentum kaufen wollen. Weltweit ist ein sehr starker Anstieg der Vermögenspreise am Aktien- und Immobilienmarkt in den letzten Jahren zu verzeichnen gewesen – der Vorbote einer deutlich höheren Inflation auf breiter Front.

Erste Vorboten von Inflation

„Das ist keine vage Vorhersage über die Zukunft, sondern es passiert schon jetzt. Der kanadische Dollar hat seit 2013 25 Prozent an Wert verloren, der australische Dollar 30 Prozent im gleichen Zeitraum. Der Wert des japanischen Yen und des Euro ist gecrashed“, so Casey. Der Dollar sei zwar noch das gesündeste Pferd, aber ebenfalls auf dem Weg zum Schlachthof. „Das sind gigantische Verluste für führende Währungen. Immerhin reden wir nicht von kleinen, volatilen Aktien,“ schreibt der US-Bestsellerautor Doug Casey. Wie wird dieser Wertverlust begründet? In Bezug auf das Einkommen zu gestiegenen Miet- und Immobilienpreisen.

Ich bin kein Freund von Horrorszenarien und habe diese auf den diversen semiprofessionellen Blogs, Internetseiten und in Newslettern Jahre lang nicht ernst genommen. Einige Tatsachen machen jedoch nachdenklich:

„Die führende Papierwährung der Welt – der US-Dollar – wird fast seinen gesamten Wert verlieren. Ich sehe keinen Weg, wie man das vermeiden könnte. Seit die Finanzkrise vor acht Jahren begonnen hat, haben die US-Behörden 3,5 Billionen neue Dollar geschaffen“, schrieb Casey. So viel Geld hat die US-Notenbank seit der Pleite von Lehman Brothers gedruckt. „Im selben Zeitraum hat die US-Regierung neun Billionen Dollar neue Schulden gemacht – also so viel, wie in den vorherigen 232 Jahren in der Geschichte der USA zusammen.“ Die Politiker würden den Bürgern immer weiß machen wollen, dass das keine Konsequenzen haben werde. „Man kann aber nicht innerhalb von acht Jahren die Geldmenge vervierfachen und die Staatsschulden verdoppeln, ohne dass es katastrophale Konsequenzen gibt.“

Implizite Staatsverschuldung kommt noch dazu

Wir können nur hoffen, dass es Notenbankern und Regierungen gelingt, die gegebenenfalls starken Auswüchse und Luftblasen nicht mit einem Platzen zu beenden, sondern mit schrittweisen Konsolidierungsschritten bei der Staatsverschuldung. Deutschland erzielte im öffentlichen Sektor immerhin Überschüsse von knapp 30 Milliarden Euro. Allerdings wird meist nur die explizite Verschuldung von gut 2 Billionen Euro in Deutschland angegeben. Die implizite Verschuldung zu denen beispielsweise die Pensionsansprüche der Beamten und Bundestagsabgeordneten gehören, summieren sich je nach Schätzungen auf 6 Billionen Euro und mehr.

Schutz vor Geldentwertung mit ETFs

Es gibt jedoch einen Ausweg. Kein Bürger wird bis jetzt gezwungen sein Vermögen und die Altersvorsorge auf Papiergeld wie Bausparer, Spareinlagen, Bundesschatzbriefe, Kapitallebensversicherunge und andere zu gründen. Mit ETFs kann man auf Sachwerte setzen und sich ein gutes Stück vor der Entwertung des Papiergeldes schützen. Die übrteuerten Immobilien in den Metropolen bieten keinen Inflationsschutz mehr, sondern es ist ein Wertverlust zu befürchten. In vielen ländlichen Regionen droht den Immobilien hoher Lehrstand, weil die Bevölkerung altert und abnimmt. Somit bleibt für mittel- und langfristigen Vemögensschutz und -aufbau nur der weltweite Aktienmarkt. Die mehr als 1600 Unternehmen im Weltindex MSCI-World werden selbst nach einer Geldentwertung Waren und Dienstleistungen verkaufen, Gewinne machen und somit Wert besitzen.

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