Warum selbst eine starke Zinswende ETFs und Aktienfonds nicht langfristig beeinflussen wird

Einige Experten meinen, nun wäre in und von den USA eine zumindest länger anhaltende Zinswende eingeläutet worden. Dabei sollte jeder sich bewusst machen, wie hoch die USA pro Kopf verschuldet sind. Deutlich höhere Zinsen würden die US-Wirtschaft in den Ruin treiben.

Die geringfügige Anhebung der Leitzinsen auf 0,5 Prozent wird nicht dazu führen, das festverzinsliche Wertpapiere zu einer ernsthaften Konkurrenz für den Aktienmarkt werden. Von den 0,5 Prozent bis zu den 6-8 Prozent Rendite bei einer bedacht gewählten Fondsauswahl und dem Einsatz der richtigen ETFs besteht noch viel Spielraum.

Vor allem ist es gerade die FED, die deutlich stärker auf die Konjunktur und die Arbeitslosenzahlen achtet als die EZB dies tut. Daher wird sie nur bei einer heiß laufenden US-Konjunktur und hohen Inflationsraten die Zinsen so lange in die Höhe treiben, bis für den Aktienmarkt daraus eine – und dann auch nur vorübergehende – Konkurrenzsituation entsteht. Zu befürchten ist weder einer heiß laufende Konjunktur in den USA noch ein hohe Inflationsrate. Dabei bedeuten hohe Preissteigerungen auch grundsätzlich höhere Einnahmen für die Aktiengesellschaften beim Verkauf ihrer Produkte und Dienstleistungen, und somit höhere Gewinne mit mittel- und langfristig steigenden Kursen.

Aber so weit wird es in den USA nicht kommen. Die europäische wie auch die japanische Zentralbank können es sich aufgrund der massiven Verschuldung nicht leisten, den Zinssatz deutlich zu erhöhen. Das würde die Wirtschaft abwürgen und zu hoher Arbeitslosigkeit führen. Durch ein längeres einseitiges Vorpreschen hin zu deutlich höheren Zinsen seitens der Fed würde der Dollar massiv gestärkt und die US-Wirtschaft in ihrer Wettbewerbsfähigkeit deutlich geschädigt.

Wenige Fachleute sprechen so Klartext wie Peter Schiff: „Die Amerikaner sind pleite. Wir leben von den Schulden, die wir machen. Die Wirtschaft ist implodiert. Der Boden ist nur deshalb noch nicht aus dem Fass herausgefallen, weil wir immer mehr Schulden machen können. Aber der Kollaps wird kommen“, sagte der US-Finanzprofi. Der durchschnittliche Amerikaner habe ein Nettovermögen von weniger als 5.000 Dollar. „Wenn man aber noch die Staatsschulden berücksichtigt und sie pro Kopf herunterrechnet, dann hat der durchschnittliche Amerikaner Nettoschulden, weil der Staat in seinem Namen mehr Schulden gemacht hat, als der normale Amerikaner gespart hat.“ Die Staatschulden belaufen sich auf 58.287 Dollar pro Kopf. Wenn man nur die Steuerzahler berücksichtigt, also hauptsächlich Kinder und Rentner herausrechnet, liegen die Staatsschulden bei 157.182 Dollar je Steuerzahler.

Schiff rechnete daher damit, dass die Fed nach einem Konjunkturrückgang die Zinsen bald wieder auf Null senken muss, um sie und die Aktienmärkte erneut zu stimulieren.

Im Übrigen mussten Zentralbanken in den letzten Jahren schon 16 Monate nach einer ersten Leitzinserhöhung diesen Zinssatz wieder senken. Lars Hattwig nannte bereits im August 2015 „Fünf Gründe, warum eine erste Leitzinserhöhung in den USA die Aktienhausse nicht beendet„. Diese Gründe bestehen alle wohl auch jetzt noch genauso wie vor vier Monaten.

Philipp Vorndran, Chefstratege bei Flossbach von Storch, sieht ebenso keine mittel- und langfristigen Auswirkungen der Zinserhöhung auf die Aktienmärkte. Deshalb sollte jeder für die Altersvorsorge oder zum Vermögensaufbau weiter in ETFs investieren.

Ich will per E-Mail über beste ETF-Regionen
informiert werden und keine Chance verpassen: