Warum die ETF-Zusammensetzung wichtig ist

Foto: Michael Grabscheit - pixelio.de

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Grundsätzlich gelten ETF zurecht als sehr gute, vielleicht bessere Alternative zu aktiven Aktienfonds. Allerdings lohnt ein Blick auf die Zusammensetzung des Index, nicht zuletzt, was den Dax angeht. Denn dort hat man es nicht wie beim Weltindex mit 1600 Werten, sondern nur mit den 30 größterne deutschen Aktiengesellschaften zu tun.

Einige stark gewichtete Branchen im Dax haben erhebliche Probleme, was die Zukunftsfähigkeit angeht. Die Energieversorger haben es jahrelang versäumt sich auf die zukünftige dezentrale Stromproduktion einzustellen und zu lange auf Großkraftwerke gesetzt, Finanzkonzerne leisteten sich massive Fehler in der Risikokontrolle sowie im Investmentgeschäft und sind recht ratlos, wie sie auf die inzwischen 400 Fintechs allein in Deutschland reagieren sollen, die Finanzprodukte digitalisiert anbieten, die für den Export besonders wichtige Automobilbranche liegt in Sachen Elektromobilität ohnehin weit abgeschlagen hinter den Japanern und Franzosen. Außerdem ist noch offen, wie viele Autokonzerne die Abgaswerte mit Software manipulierten. Untenstehende Unternehmensmeldung sollten Eigentümer von ETFs auf den Dax oder von aktiven Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland genauer zur Kenntnis nehmen.

Klumpenrisiko

Denn zwei Dinge zeigen sich damit. Zum einen ist unbedingt das Klumpenrisiko in Form von stark gewichteten Branchen zu beachten – was mit dieser Dax-Market-Map graphisch gut dargestellt ist. Trotz massiver Verluste der Finanz-, Versorger-, und teils der Automobilwerte in den letzten Jahren haben diese Branchen am 30-Titel-starken Index noch einen sehr hohen Anteil.

Zum anderen sind Sparer gut beraten, nicht den größten Teil ihres Wertpapierdepots auf nur 30 Werte zu fokussieren, weil es eben deutsche Sparer sind. Die Wachstumsmärkte liegen nicht im alternden Deutschland, sondern global verteilt insbesondere bei jungen Gesellschaften zum Beispiel in Asien, die im Vergleich zum satten Europa einen hohen Nachholbedarf in Sachen Konsum und Infrastrukturinvestitionen haben.

Neue Produkte gefährden innovationsfeindliche Unternehmen

Bezeichnend mit Blick auf die zögerliche Elektrifizierung des Autos ist diese Nachricht aus dem Hause von BMW i. Der hochpreisige Hersteller  der BMW-Elektroversion hat offensichtlich einen schmerzlichen personellen Verlust erlitten, der sehr bemerkenswert ist. Wiederholt wechseln Führungskräfte von BMW zum Elektroauto-Start-up Future Mobility aus China. Warum ist der Autohersteller als Arbeitgeber nicht mehr attraktiv für Dirk Abendroth, Benoit Jacob und Henrik Wenders? Warum gehen die lieber nach Asien als in Bayern zu bleiben? BMW gab zu diesem Vorgang keinen Kommentar ab. Setzt der Konzern nicht ernsthaft genug auf den Zukunftsmarkt Elektroautos? Am mangelnden Geld für ein gutes Gehalt sollte es bei BMW (noch) nicht scheitern.

Dabei ist es mehr als problematisch für einen deutschen Autohersteller an einen wohl zukünftigen Konkurrenten mit Produktion im Billiglohnland China die personellen Kompetenzen von Managern für Software und Vernetzung, Design und Marketing nach Asien ziehen zu lassen.

Erst Anfang 2016 war bekannt geworden, dass Carsten Breitfeld, ehemaliger Entwicklungsleiter des i8-Projekts der Münchner, Geschäftsführer des neuen Unternehmens Future Mobility wird. Auch Daniel Kirchert, operativer Geschäftsführer, war bei BMW angestellt und bis 2013 Verkaufs- und Marketingchef in China. Hoffentlich glauben diese Führungskräfte nicht, dass BMW das nächste Nokia wird, jahrelang als Aktie wärmstens empfohlen; plötzlich vom Markt verschwunden, weil der Trend zu Smartphones (mit Android-System) nicht ernst genommen wurde.
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Warum wir am besten mit ETFs sparen

Foto: Lupo, Pixelio.de

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Wollen wir langfristig in Wohlstand leben oder auf Altersarmut zusteuern? Kann der Opa den Enkel unterstützen oder wird zukünftig der Enkel den Großeltern regelmäßig Geld zuschießen? Das Verhalten vieler Deutscher weist leider in Richtung zweite Möglichkeit. Das wird dem deutlich, der zwei aktuelle Artikel im Netz aufmerksam zur Kenntnis
Die FAZ schrieb:
„Als die Bundesrepublik Deutschland im Januar 2012 erstmals neue Wertpapiere mit einer negativen Rendite verkaufte, sagte ein Sprecher der Finanzagentur des Bundes: „Das wird nicht von Dauer sein, sondern ein temporäres Ereignis bleiben.“ Der gute Mann war fraglos nicht der Einzige, der Negativzinsen als eine Kuriosität betrachtete, die sich allenfalls aus dem Status Deutschlands als sicherer Hafen für Anleger inmitten der heißen Phase der Euro-Krise erklären mochte. Aber welcher Anleger würde auf Dauer bereit sein, einem Schuldner Geld zu schenken?“

Der zweite Bericht im Netz stellt einige einfache Zahlen heraus, die besonders aufschlussreich sind:

0,53%
8,7%
13,1%

„Von oben nach unten sind dies: Die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihen, der durchschnittliche jährliche Gewinn des DAX in den letzten zehn Jahren und der Anteil der Deutschen, die gegenwärtig in Aktien investieren.“ Es wird gezeigt, dass schon bei einem lächerlich geringem Anlagebetrag von 1000 Euro nach 30 Jahren ein großer Unterschied von mehr als 11.000 Euro entstehen wird.

In der FAZ behauptete der Journalist: „Und schließlich gibt es viele Anleger, die durch Gesetz oder durch Anlagevorschriften ihrer Eigentümer mehr oder weniger gezwungen sind, Staatsanleihen guter Bonität unabhängig von der Rendite zu kaufen. Dies gilt beispielsweise für Stiftungen, Versorgungswerke, Versicherungen und nicht wenige Investmentfonds. Anleihen mit negativer Rendite werden keineswegs von Verrückten erworben.“ So ganz stimmt das nicht. Wer heute noch Kapitallebensversicherungen, Bausparer, und Banksparpläne abschließt, um Vermögen aufzubauen und Altersvorsorge zu betreiben, muss angesichts der schlechten Rendite tatsächlich verrückt sein.

Völlig verzerrte Risikowahrnehmung bei deutschen Sparern

Anders kann es nicht ausgedrückt werden. In diesem früheren Artikel zeigten wir, dass laut Deutschem Aktieninstitut das Risiko verschwindend gering ist, beim langfristigen Vermögensaufbau mit Aktienfonds Geld zu verlieren. Im Gegenteil: Sicher verlieren wir langfristig Geld mit Bausparern, Sparbüchern und Kapitallebensversicherungen – nämlich im Vergleich mit den deutlich höheren Erträgen zu Aktieninvestments mittels aktiver Aktienfonds oder passiver ETFs. Jeder wäre gut beraten, einmal über seine Risikowahrnehmung nachzudenken. Die Wahrscheinlichkeit, einen schweren Autounfall zu erleiden oder an Krebs zu erkranken (etwa 30 Prozent) ist viel höher, als mit ETFs Vermögen zu verlieren, wenn man es richtig macht und sich zuerst coachen und dann beraten lässt.

Dabei geht es hier nicht in erster Linie um einen fiktiven oder realen Geldbetrag, den uns der Depotauszug oder der deutlich niedrigere Stand des Sparbuches anzeigt.

Am Ende geht es um menschliche Schicksale – nicht um Geld

Es geht vor allem um Menschen. Um den Großvater, der mit einigen zehntausend Euro mehr an Vermögen gerne zum Enkel im Schulalter sagen kann: „Fahr doch in den Sommerferien für drei Wochen zu einem Jugendaustausch mit Tandemsprachkurs nach England. Ich spendiere Dir dieses tolle Erlebnis mit Schülern aus einem anderen Land Spaß zu haben und zu lernen.“ Welch ein Unterschied deutlicher wird zwischen zwei jungen Menschen entstehen, von denen der eine durch seine Familie regelmäßig in der Entwicklung finanziell zusätzlich mit lehrreichen Kursen und Programmen gefördert wird und der andere mit dem städtischen Ferienprogramm abgespeist wird?

Und wer will selbst im Ruhestand abhängig sein von den heutigen (Renten-)Politikern, die persönlich nicht davon betroffen sind, ob das Rentensystem in 10, 20 und 30 Jahren noch funktioniert? Die Kaffeefahrt statt interessanter Länderreisen ist heutzutage nicht mehr das, was sich Ruheständler wünschen. Den Unterschied macht am Ende vor allem jedoch das vorherige, jahrzehntelange Spar- und Investitionsverhalten aus.
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Wie kaufe ich ETFs?

ETF kaufen Screenshot

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Nach der üblichen Verzögerung setzen sich in den USA entwickelte ETFs als günstige und renditeträchtige Wertpapiere nun endlich auch in Deutschland immer mehr durch. Zumindest ein Teil des Vermögens sollte jeder aufgrund der geringen Bestandsprovisionen und der meist im Vergleich zu Aktienfonds höheren Rendite in ETFs investieren.

Doch wie geht man beim Aufbau eines Depots am besten vor?

ETF kaufen leicht gemacht

Je nach Vorerfahrung mit Wertpapieren und nach der eigenen Vermögensstruktur sowie der Art des Einkommens, kann ein Sparer auf unterschiedliche Weise sein Vermögen und die Altersvorsorge mit ETFs aufbauen. Will er auf Nummer Sicher gehen, wendet er sich am besten an einen von bestimmten Banken- und Versicherungsvertriebsstrukturen unabhängigen Honorarberater. Dieser kann unter Berücksichtigung der individuellen Situation erklären, wie und welche ETFs und eventuell dennoch auch Aktienfonds man am Anfang kaufen sollte.

Bankenunabhängiger Vermögensberater

Außerdem gibt es durchaus kaum bekannte Möglichkeiten, selbst als Normalsterblicher Kunde der wenigen bankenunabhängigen Vermögensberater in Deutschland zu werden, die sich sonst bevorzugt um die reichsten Familien des Landes kümmern. Dabei profitiert man vom großen Erfahrungsvorsprung des Honorarberaters auf diesem Spezialgebiet.

Mühsamer, risikoreicher wie auch zeitaufwändiger ist es, sich auf dieser Internetseite und einigen anderen Internetseiten selbstständig in dieses Gebiet einzuarbeiten. Auf etf-investment.de wird in Zukunft ein Coaching angeboten, mit dem das alles etwas schneller gehen kann.

Grundsätzlich bietet es sich an, mit einem ETF auf den MSCI World, auf den DAX, den amerikanischen Dow Jones und eventuell einen kleinen Anteil an den globalen Emerging Markets anzufangen. Später kann der Anleger zu bestimmten Zeitpunkten auf einzelne Länder-ETFs setzen oder sich auch über Faktor-ETFs informieren.

Mit Sicherheit fährt man mit monatlichen Sparplänen gut, die bereits mit Sparraten in Höhe von 25 Euro angeboten werden. Dabei ist es bei Sparplänen mit Kaufgebühren und geringeren Raten eventuell sinnvoll, lieber alle zwei Monate höhere Raten zu  wählen, um die prozentualen Ordergebühren niedriger zu halten. Wer einen größeren Betrag frei anlegen kann, sollte etwas vorsichtiger gehen und zum Beispiel erst einmal ein Drittel auf 2-3 ETFs verteilen. Nach 6 Monaten kann beispielsweise das zweite Drittel folgen und nach 12 Monaten das letzte Drittel. Nur wenn ein Index gerade um 30 oder deutlich mehr Prozent eingebrochen ist, empfiehlt es sich sofort einen größeren Anteil zu investieren, um die günstigen Kaufkurse zu nutzen. Auch bei solchen Entscheidungen geben Honorarberater wertvolle Tipps, zum möglichst günstigen Kaufzeitpunkt.

Es gibt einige günstige Onlinebanken mit kostenlosen Depots und niedrigen Ordergebühren. Ein gute Auswahl an ETFs bieten zum Beispiel die DAB Bank oder der S-Broker, der Onlinebroker der Sparkassen.

Auf die einzelnen ETF-Kategorien soll hier später in einzelnen Artikeln eingegangen werden.